#18 Expertenwissen: Nachhaltigkeit im Büroalltag

Versuchst du in deinem Zuhause nachhaltig zu leben? Trennst du deinen Müll oder achtest du beim Einkaufen auf fair und nachhaltig produzierte Ware? Es fängt schon bei der Glühbirne an und endet in einem Wahn voller Ideen und Möglichkeiten, um seinen eigenen ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Ich für meinen Teil bin Vegetariern und versuche so viel Plastik wie möglich beim Einkaufen wegzulassen. Da hört es natürlich nicht auf, ich schaue und versuche immer wieder etwas Gutes für meine Umwelt zu tun.

Aber wie sieht es eigentlich mit Nachhaltigkeit im Büro aus? Egal ob großes Unternehmen oder kleine Agentur, jeder Arbeitsplatz kann mit diversen Zielen nachhaltiger gestaltet werden. Daher habe ich ein paar Denkanstöße zusammengetragen, die sich in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele unterteilen. Vielleicht lässt sich ja auch das ein oder andere Ziel bei euch umsetzen, sodass auch euer Unternehmen etwas Positives für seinen ökologischen Fußabdruck beiträgt.

Kurzfristige Ziele

Wie kann man schnell und einfach sein Büro mit kleinen Zielen nachhaltiger machen? Hier geht es nicht nur darum, abends die Heizung runterzudrehen, sondern auch einfach darauf zu achten, welche Dinge ich im Büroalltag häufig nutze und ob es nicht auch dafür eine nachhaltige Alternative gibt.

Hierfür gibt es einige nachhaltige Alternativen, die im Büro schnell und einfach ausgetauscht werden können:

  • Recyceltes Druckerpapier
  • Holzkugelschreiber
  • Papierklebeband
  • Handtücher
  • recyceltes Toilettenpapier
  • Umweltschonende Reiniger
  • USB-Sticks aus Holz
  • Ecosia anstatt Google

Schaut euch einfach mal in eurem Büro um und überlegt welche Dinge mit nachhaltigen Alternativen genutzt werden könnten. Es gibt mittlerweile so viele und auch coole Gadgets, die ihr auch zu eurer eigenen Vermarktung nutzen könnt. Zum Beispiel produziert das Start-Up Sprout World einen Bleistift, der am Ende seiner Nutzungsdauer einfach in einen Pflanzentopf gesteckt werden kann. Im Stumpen versteckt sich nämlich eine Samenkapsel, sodass aus einem alten Bleistift eine Pflanze wächst.

Mittelfristige Ziele

Wie genau definiere ich mittelfristige Ziele? Natürlich gibt es bei vielen Denkanstößen ein paar Überschneidung zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Zielen. Allerdings steht hier nicht im Fokus welches Ziel in welche Kategorie gehört, sondern es geht darum das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen zu sensibleren und seinen ökologischen Fußabdruck im Büroalltag zu verringern.

Auch hier gibt es einige Alternativen, die im Büro ausgetauscht werden können:

  • Weg von Kaffeekapseln
    • Die Anschaffung einer Kaffeemaschine mit gemahlenem Kaffee hat nicht nur den Vorteil, dass man auf die extrem schädliche Kapsel verzichtet, sondern es kann auch beim Einkauf des Kaffeepulvers auf fair produzierte und nachhaltige Kaffeesorten gesetzt werden
  • Mülltrennung!
    • In vielen Büros gibt es nur einen oder zwei Mülleimer – Papier und Restmüll, aber auch hier ist es einfach auf weitere Mülltrennung zu achten und ggfs. eine Verpackungs- und Biomülltonne für das Büro zu bestellen.
  • Pflanzen
    • Pflanzen sehen nicht nur cool aus und verschönern das Design im Büro, sondern sie verbessern das Klima im Büro nachhaltig. Sie nehmen CO2 auf und versorgen uns mit Sauerstoff und reichlich Feuchtigkeit im den meist trockenen und stickigen Büroräumen
  • Heizen & Lüften
    • Sofern eine Zeitschaltuhr vorhanden ist, bitte nutzen! Das richtige heizen spart nicht nur reichlich Energie, sondern verringert langfristig auch die Kosten! Im Idealfall sollten sich die Heizungen automatisch hoch und runterfahren. Sofern dies nicht vorhanden ist, sollte darauf achten, dass die Idealtemperatur etwa bei 20° liegt und jedes Grad mehr kostet etwa 6% mehr Energie. Außerdem sollten ungenutzte Räume auch nie unter 15° fallen, da diese sonst auskühlen und zudem die Wärme von den Nebenräumen absorbieren
    • Auch beim Lüften gibt es einiges zu beachten. Viele lassen ihre Bürofenster den gesamten Tag über einen Spalt geöffnet und wissen dabei gar nicht, dass damit der Energieverbrauch maßgeblich gesteigert wird. Es empfiehlt sich daher eher zu gewissen Zeiten kräftig durchzulüften und die Heizung während dieser Zeit runterzufahren
  • Stromanbieter
    • Das Gerücht „Ökostrom ist immer teurer als andere Stromverträge“ ist falsch. Es ist sogar so, dass sich in manchen Regionen mit Ökostrom Geld sparen lässt. Allerdings ist Vorsicht geboten bei der richtigen Auswahl des Stromanbieters, denn Ökostrom ist kein geschützter Begriff und so wird manchmal auch ein Energie-Mix angeboten. Daher ist es wichtig bei der Auswahl auf die richtigen Zertifizierungen und Labels zu achten. (z.B. EE01 und EE02 von TÜV Süd garantierten, dass der Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt)
    • Das non-plus Ultra ist natürlich die Produktion von eigener Energie. Das heißt nicht, dass der Azubi im Keller auf einem Fahrrad radeln muss, um eine Glühbirne ins Laufen zu bekommen, sondern die Erzeugung von Energie durch Solaranlagen. Das bedeutet natürlich eine höhere Investition des Arbeitgebers, allerdings kann so langfristig, ökologisch und autark Energie erzeugt werden  -> Langfristiges Ziel

Langfristige Ziele

Kommen wir nun zu den langfristigen Zielen. Diese bieten die Möglichkeit, zwar mit etwas mehr Aufwand, den ökologischen Fußabdruck langfristig zu senken und umweltbewusster zu arbeiten:

  •  Home Office
    • Das magische Wort! Na gut, in der heutigen Pandemiezeit könnte es im Büroalltag zum Wort des Jahres gewählt werden, allerdings ist dies nicht nur eine kurzfristige Lösung, sondern sollte auch langfristig in Betracht gezogen werden. Es entlastet nicht nur den Straßenverkehr, sondern stellt obendrein noch mehr Arbeitszeit zur Verfügung
  • Digitales Büro
    • Wer kennt es nicht, die Ordnerwand in einem Büro. Haufeinweise Akten und Ordner, die sich sowieso niemand mehr anschaut und die nur zu Archivierungszwecken aufbewahrt werden. Die Lösung – Digitales Arbeiten! Natürlich sind die Aufbewahrungsfristen für bestimmte Unterlagen und Dokumente nicht zu vergessen, allerdings lässt sich der gesamte Rest auch digital umsetzen. Protokolle, Präsentationen, Rundbriefe oder Formulare lassen sich schnell und einfach digital verschicken. Und auf Messen, Terminen und Geschäftsreisen reicht ein Tablet aus, um alle wertvollen Informationen bei sich zu tragen…
  • Verkehrsmittel
    • Am bequemsten ist und bleibt wohl das Auto. Sitzheizung oder Klimaanlage an und schon kommt man entweder wohl gewärmt oder angenehmen gekühlt auf der Arbeit an. Allerdings ist dies, sofern kein Elektroauto genutzt wurde, wohl auch die klimatechnisch schlechteste Lösung. Daher ist hier nicht nur Sensibilisierung der Mitarbeiter gefördert, sondern das Unternehmen kann hier auch langfristig unterstützen: Elektroautos, Fahrräder oder Bahnfahrkarten liefern den Mitarbeiten die Möglichkeit auf umweltfreundliche Alternativen umzusteigen. Und wenn gar keine Option für nachhaltige Alternativen möglich sind, dann besteht zumindest noch die Möglichkeit des Car-Sharings, um so die Anzahl an Autos auf dem Weg ins gemeinsame Büro zu minimieren
  • CO2 Ausgleich
    • Es besteht die Möglichkeit seinen ökologischen Fußabdruck mit Ausgleichzahlungen zu verbessern. Bei der Produktion von Broschüren kann z.B. bei Druckereien produziert werden, die Ausgleichszahlungen für CO2 neutrales Drucken leisten. Diese Zahlungen zusätzlich zu tätigen, bereitet keinen großen Aufwand und sind daher besonders einfach umsetzbar.

Auch auf Reisen kann jeder etwas Gutes tun, indem ein CO2-Ausgleich bei Busfahrten und Flügen zum regulären Ticketpreis hinzubezahlt wird

  • Apropos Reisen
    • Manchmal sind Reisen einfach unumgänglich, daher empfiehlt sich auch hier zumindest die ökologisch beste Reise zu buchen. Natürlich sind Flüge die schnellste Möglichkeit, um von A nach B zu gelangen aber manche Reisen können ggfs. auch mit dem Zug absolviert werden. Diese fahren nämlich mit Ökostrom und sind bei rechtzeitiger Buchung häufig auch kostengünstiger
    • Die Zahl an grünen Hotels wächst immer mehr, sodass man auch der bei der Buchung des Hotels darauf achten kann, dass dieses viel Wert auf den Umweltschutz legt

Fazit

Alles in Allem kann ich wohl behaupten, dass diese Liste nur ein kleiner Auszug der Möglichkeiten ist, die wir umsetzen können. Das wichtigste ist und bleibt das Thema der Sensibilisierung. Wenn jeder Mitarbeiter den Nachhaltigkeitsgedanken im Hinterkopf behält und versucht diesen im Alltag immer wieder umzusetzen, so wird das Unternehmen ganz von allein mit vielen Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten gefördert. Wenn der Arbeitgeber offen mit dem Thema umgeht und sich jährlich oder pro Quartal nachhaltige Ziele setzt, kann das nicht nur den ökologischen Fußabdruck verringern, sondern auch die Unternehmenskommunikation und den Teamgedanken nachhaltig stärken.

Gemeinsam etwas Gutes zu tun und sich dies sogar zum Aushängeschild zu machen, das ist nicht nur tolles Marketing, sondern auch ein Ziel für die Zukunft unserer Erde 😊

 

 

 

 

 

 

Autorin: Charley Lisann Meyer

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